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Ostseeküste zu Reha-Zwecken

Im Sozialismus verschickten Eltern ihre dünnen, hustenden Kinder gern zu Rehazwecken im Sommer an die Ostsee. Nach den Sommerferien kamen sie dick, braun und mit Rennradfahrerlungen zurück. Kinderlandverschickung eben.

Das mit der Bräune und den Lungen kann ich nicht bestätigen, doch das mit der Dicke klappt auch im Winter- ich schwör!

Nun denn. Ich bin also wieder zurück in meiner vorübergehenden Wahlheimat. Ich habe Weihnachten, ein quasi-Klassentreffen und Silvester gut überstanden. Außerdem positiv festzuhalten ist, dass ich meine Grundschulfreundin Susi wiedergetroffen habe. Ebenso begeistert bin ich von Karins und meinem - nun schon fast traditionellem - gemeinsamen Ausflug in die heiligen Kuhhallen und der dazugehörigen Portion Kälbersabber am Ärmel. Außerdem konnte ich mich telefonisch auf den neuesten Stand der Dinge im schönen Münster bringen lassen.

Auf der Rückreise habe ich ebenfalls Wort gehalten und - wie bei allen meinen Fahrten und Flügen - eine Verspätung von 2 Stunden mit müdem Gähnen hingenommen. Man sieht: Ich bemühe mich stets um Konstanten in meinem Leben.

Frisch gemästet...äh, gestärkt steige ich nun in die zweite Hälfte meines Spanienaufenthalts ein - direkt mal heute mit ner unangekündigten Klausur über das europäische Wirtschaftsrecht. Das sollte gut klappen, denn genau dieses Vokabular gebrauche ich ja ständig, wenn ich mit Spaniern rede. Nee, is´ klar! Nächste Woche muss ich ein Referat halten und dann sollen diverse Hausarbeiten geschrieben werden. Ich glaube, dass ich danach mal wieder an die Ostsee muss - in spätestens drei Wochen sind doch die mühsam mit Plätzchen angefutterten Röllchen wieder wech - und das geht ja nun wirklich nicht!

 

9.1.07 13:34


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Die Zeugen Jehovas und andere schöne Ereignisse

Ja, was war der Donnerstag nicht für ein schöner Tag! Da kam einiges an guten Dingen zusammen.

Als ich Donnerstag morgen mein Referat, das an diesem Mittag zu halten wäre, vorbereitete, schien es zunächst ein gar nicht so guter Tag zu werden. Das Referat war erst um 3 Uhr morgens von meinem spanischen Privatkorrekturleser zurückgesandt worden. Und in mir stieg eine gewisse Unbehaglichkeit auf - schließlich hatte ich den Text noch nicht einmal vorgesprochen und wusste noch nicht einmal, wie lange ich brauchen würde. Ich befürchtete, die Nervsität könnte durchschlagendes Ergebnis haben...

Doch dann hörte ich Schritte und Stimmen im Hausflur und es klingelte. Ich öffnete die Tür und vor mir standen ein Mann und eine Frau, in den Fünfzigern. Sie begrüßten mich und der Mann erklärte mir die Zeitschrift, die er in den Händen hielt. Ich versuchte zu intervenieren, ihm zu sagen, er könne sich die Rede sparen, doch ließ er sich nicht beirren und fuhr fort mir von der Gemeinde und den Ausflügen zu erzählen. Irgendwann warf dann seine Begleitung ein "Extranjera!" ("Ausländerin!" ) ein, worauf hin der Mann - immerfort sehr freundlich - frug, ob ich denn überhaupt verstünde. "Klar," sagte ich, und dass weder ich noch meine Mitbewohnerinnen gerade mit Gott sprechen wollten. Und weil er fand, dass das wirklich eine gute Sache sei, fand ich es war ein guter Zeitpunkt meine Taktik umzustellen. "Hört man das denn sehr?" fragte ich. "Hä? Was denn?" "Na, dass ich Ausländerin bin," sagte ich. "Nein. Das sieht man nur." Zwar empfand ich das als gewagt-latent rassistische Äußerung, doch freute ich mich sehr. Immerhin hatte ich ja gleich mein Referat zu halten. Und außerdem hatte ich die Zeugen jetzt da, wo ich sie haben wollte, denn sie fragten, ob ich Deutsche sei. "Ja, ganz genau. Gut, nicht?" fragte ich. "Ja," antwortete die Frau, "ich war auch schonmal in Deutschland. In Bremen, Nürnberg, Freiburg, Hannover, Berlin...." Es folgte ein unendliche Aufzählung deutscher Städte, die ich mit Respekt verfolgte. Ein durchschnittlicher 10.Klässler könnte nicht so viele deutsche Städte aufzählen. "Schön," erwiderte ich, "da haben sie ja schon viel gesehen." Wir witzelten noch etwas über Deutschland und die Missionsreisen der Zeugen und verabschiedeten uns überschwenglich.

Jetzt mag ich die Zeugen. Für ein Schwätzchen sind sie wirklich gut. Und sie haben ganze Arbeit geleistet - Man hört nicht, dass ich Ausländerin bin, man sieht es nur. Herrlich. Das wirkt nach.

Zu meiner großen Freude musste ich auch das Referat noch nicht halten, weil eine andere Gruppe vor mich nicht fertig wurde. Herrlich.

Mittags erfuhr ich dann vom Stoiber-Rücktritt. "Was kann noch schöner sein?" fragte ich mich. Die Antwort bekam ich abends im Kurs zum europäischen Wirtschaftsrecht in Form eines Lobes zu meinen Ausarbeitungen zur Mehrwertsteuer. Und das von der Dozentin, die keine Erasmusstudenten ihren Lehrveranstaltungen will. Traumhaft.

Wenn es so weiter geht, werde ich wohl in der kommenden Woche die Weltherrschaft an mich reißen. Zusammen mit den Zeugen.

20.1.07 19:39


Jura-Referat

Während Kommilitonen behaupten, ich sei "süß" beim Vortrag gewesen, möchte ich richtigstellen: Beim Referat, von dem der Professor selbstverständlich überaus angetan war, wirkte ich vielmehr lässig, souverän, talentiert, allwissend und quasi promoviert. Abweichende Meinungen sind unzulässig.
22.1.07 18:44


Aufbruchstimmung

Es herrscht Aufbruchstimmung in Spanien. Man merkt es an jeder Straßenecke. Und - ob man will oder nicht - jeder wird mit hineingezogen. Wirklich jeder.

Das Wintersemester ist bereits aufgebrochen. Es hat letzte Woche seinen Koffer zugemacht und ist einfach abgehauen. Es sagte, es wolle Zigaretten holen... Uli und ich fühlten uns verletzt und zurückgelassen und brachen deshalb ebenfalls trotzig in ein Wochenende in Madrid auf. Es war schön. Es gab ein Haus und auch einen Hund. Ich habe viele bunte Bilder von berühmten und bereits ins Jenseits aufgebrochenen Menschen angeguckt und viel Kuchen gegessen.

In Valladolid verringert sich die Zahl der etwa 1000 Erasmusstudenten nun um ungefähr die Hälfte - Die Italiener fahren nach Hause. Es muss die Sehnsucht nach Limoncello und Ramazotti sein. Auch die ersten Deutschen gehen schon - die Angst, nicht mehr verbeamtet zu werden sitzt den Lehrämtlern im Nacken. Dem Magister ist das mal wieder ziemlich schnuppe... Typisch. Aber die Zahl der Ein- und Auswanderer hält sich die Waage - demnächst brechen Münsteraner in Richtung über den großen Teich auf. Tja der Buschfunk - aber immernoch schneller als GLS! 

Und weil ich dieses ganze Hin und Her und Brechen oder nicht kaum ertrage, lasse ich mich mitziehen von dem Strom und breche ebenfalls - auf nach Gran Canaria! (So denn mich denn mein Internetanbieter nicht immer wieder rausschmeißt, wenn schon alle Daten zur Buchung eingegeben sind. Ich mag jetzt wirklich nicht mehr mit der Frau von der Kundenbetreuung reden. Da muss ich brechen.)

 

 

31.1.07 18:42





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