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So viel Heimlichkeit!

Da lachten sie, hielten sich die Bäuche, zeigten mit dem Finger auf mich und machten schlechte Witze mit Bananen und Kehrpaketen. Und das nur, weil ich nicht im Kapitalismus geboren bin. Die Westdeutschen.

Doch nun sind sie hier in Spanien. Im tiefsten, tiefsten Spanien - das übrigens ebenfalls durchkapitalisiert ist! Weit weg von Mami und Papi und dem Kühlschrank, der sich selbst mit tropischen oder ganz untropischen Leckereien füllt. Und rennen selbst tagtäglich zur Post um Päckchen und Pakete aus der Heimat entgegenzunehmen. Und was ist drin? Schokolade. Und dabei ist das noch nicht mal so wie mit den Bananen - denn DIE hatten wir "drüben" nämlich nicht...

Aber, liebe Wessis, was ihr schicken könnt ist Glühwein. Oder Mutzen. Oder - ganz simpel - einen Bratwurststand, der Pappglühwein ausschenkt. Zwar ist die Stadt sein Wochen weihnachtlich dekoriert und seit vergangenem Freitag auch erleuchtet, zwar ist die Märchenwelt für Kinder auf dem Plaza Mayor enorm, doch wo ist der Weihnachtsspaß für Erwachsene? Wo sind die Räucherfleisch-, Pilzgoulasch- und Liebesäpfelstände? Wo der Glühwein mit Schuss im Angebot für 5 Euro? Wo die betrunkenen Familienväter, die den 14jährigen Mädchen mit Rentierhaarreifen hinterherlallen? Wo die heulenden Kinder, die Mutti selbst mit Zuckerwatte nicht mehr ruhig gestellt kriegt? Ich vermisse die unnützen Stände mit Stickwaren aus Böhmen und die antihaftbeschichteten Pfannen mit Astronautenbeschichtung.

Aber morgen kommt mein Bruder - der bringt Glühfix mit! Ausm OSTEN!!!!!

 

5.12.06 18:39


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Altersschwach

Liebe Gemeinde, im Leben einer Frau ist die Erkenntnis zu altern eine der schlimmsten. Seit ich in Valladolid bin grüßt sie mich allmorgendlich armwedelnd im gut beleuchteten Badezimmerspiegel.

Da ich weder Alki geworden bin noch ein intimes Verhältnis mit dem Malboro-Mann eingegangen bin, bin ich mir sicher: Es liegt an der minderen Wasserqualität, sage ich mir. Schließlich kann ja auch die spanische Tockenhefe aus Produktionsgründen mit der deutschen Ware nicht mithalten. So war das ja auch schon immer mit den Autos. Die selbe Logik lässt sich selbstverständlich auch beim Wasser anwenden. Ist doch klar. Während man in Deutschland noch nicht mal mehr CD an seine Haut lassen muss, sollte man in Spanien sein Waschbecken an eine mehrphasige Entchlorungsanlage anschließen.

Wie dem auch sei: Das doofe Wasser trocknet aus und ich hab Falten. Da kann die importierte Feuchtigkeitscreme mit Q10 und Multivitaminkomplex und UV-Filter nur die Schäden mildern, aber nicht mehr aufhalten! Es gibt sogar Leute, die wollen das Kranewasser noch nicht mal trinken. Zugegeben: Schmecken tut das ja wirklich nicht. Aber diese 5 Literkanister die 69 Treppenstufen hochzuschleppen...och nö!

Aber ich weiß mich zu beruhigen: Das geht hier jedem so. Glücklicherweise treten meine Augenringe - im Gegensatz zu denen anderer Studenten - noch nicht im blaustichigem Relief hervor. Auch habe ich noch mehr als 50% meines "Ankunfts"-IQs. So schlimm kann´s also nicht sein.

Und außerdem: ich bleib ja nur ein Jahr. Da kann man mit Kwai und Oil of Olaz ne Menge rausholen. Und solange die Haare noch nicht grau werden...

14.12.06 14:32


Auslands-Auslandsaufenthalt

Hier ist es wärmer. Es gibt Körnerbrötchen, einen vollen Kühlschrank, ein Angebot an Getränken, dass über verchlortes Wasser, Tee und Kaffee hinausgeht, angenehm temperierte Zimmer, vertraut klingende Weihnachtslieder, Fernseher, Radiosender mit Nachrichten, Fleisch... Ich bin zu Hause.

Ja, so richtig kann ich es immernoch nicht fassen, aber seit Freitagnacht befinde ich mich in der Heimat. Und obwohl mein mittlerweile akzentfreies, fließendes Spanisch meine Muttersprache schon fast verdrängt hat, gewöhne ich mich langsam aber sicher wieder an mitteleuropäische Standarts. Selbstverständlich ist das nicht einfach... natürlich nicht. Obschon ich am Flughafen in Madrid versucht habe die FAZ und BILD zu lesen (zum Glück hatte ich ein Wörterbuch dabei - sonst hätt ich ja nix verstanden. Und dann hatte ich schonwieder den guten alten deutschen 200er Blutdruck...), musste mein Bruder die ersten Sätze für mich und meine Eltern übersetzen. Tja. Und da sach nochma einer, dass so'n Auslandsaufenthalt nichts bringt!

Mit der Sprache klappt es jetzt wieder, aber ebenfalls bereits aus Spanien Zurückgekehrte bestätigen: Der nun an täglich 3 Liter kaltgepresstes Olivenöl gewöhnte Magen braucht Zeit sich umzugewöhnen. Zum Glück ist Weihnachtszeit und das Olivenöl kann einfach durch deutsche Buttergerichte eingetauscht und aufgenommen werden. Wem das nicht reicht, empfehle ich Plätzchen. An Langzeitstudien arbeite ich bis mindestens zum 26.12.. In meinem spanischen Chaos habe ich leider vergessen eure Festnetznummern mitzunehmen... Wer mich in meiner Langzeitstudie mit Plätzchenrezepten versorgen will oder - besser - einfach mal nur so wieder sprechen möchte, der möge sich bitte per email melden und mir seine Nummer schicken oder bei meinen Eltern anrufen. Hoffe auf ein baldiges Wiederhören!

20.12.06 10:46


Der Schrecken der Realität

Mittlerweile ist das hochgelobte Körnerbrötchen wieder ein Körnerbrötchen und ich übersetze nicht mehr jeden Satz gedanklich ins Spanische. Die heimatliche Realität hat mich wieder. Erst recht seit vergangenem Donnerstag.

Da dachte ich, ich lasse die frittierten Schweineohren, den gekochten Magen und die gesottenen Ochsenaugen auf den spanischen Tellern und somit auch hinter mir - doch nein: Die abonnierte Lokalzeitung meiner Eltern empfahl als "Gericht zwischen den Jahren" die Zubereitung von Hähnchenhoden. Der finale Genickschuss für meinen sich nach heimatlich-traditionellen, herkömmlichen - vor allem BEkömmlichen - und ansprechenden Gerichten verzehrenden Geist! Das christliche Hochfest war vorbei, die versprühte Liebe und Nächstenliebe hatte sich sowieso schon verzogen und dann noch dieser Teifschläger journalistischer Unlust, dieses kulinarische Desaster.

Die Realität hatte mich wieder und nun muss ich mich ihr stellen: Selbst vor dem Mecklenburgischen Tellergericht macht die Globalisierung nicht halt - ein Stück Spanien hält Einzug in den Nordosten der Republik. Adé, geliebter Räucheraal!

30.12.06 11:27





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