Startseite
  Über...
  Archiv
  Kurzgebratenes
  La ÚLTIMA foto
  Gästebuch
  Kontakt
 



  Links
   



http://myblog.de/lexiblog

Gratis bloggen bei
myblog.de





Ordentliche Studenten

Ja, es ist soweit. Lange haben wir darauf gewartet - jetzt sind wir endlich richtige Studenten! Im Ausland! An der Universidad de Valladolid! Stark!!!

Nicht nur die Schreibblöcke unter unseren Armen, die Kugelschreibertinte auf den Händen und manchmal im Gesicht, sondern auch die Studentenausweise machen uns zu ordentlichen Studenten. Ich habe auch einen Studentenausweis. Er gehört Frau Alexandra Gruna.

Im Grossen und Ganzen sind wir alle sehr zufrieden mit dem spanischen Studiensystem. Im Folgenden will ich das etwas erläutern.

Die Kurse finden immer nun einstündig statt, sind aber drei- bis viermal in der Woche. Das akademische Viertel haben sie trotzdem, so dass man eigentlich nur etwa 40 min Unterricht hat. Das ist ein gutes System für diejenigen, die sich nicht lange konzentrieren können. Und durch den 1-Stunden-Rhythmus meint man am Ende des Tages eine unglaubliche Masse an Kursen besucht zu haben. Das steigert das Selbstbewusstsein! Ich z.B. fühle mich zur Zeit sehr gut.

Etwas unentspannend finde ich, dass die Fakuläten recht weit auseinanderliegen und man von Kurs zu Kurs nicht selten sprinten muss - man tut gut daran, immer Deo dabei zu haben....dann hat man auch den nicht-sprintenden Spaniern etwas voraus!

Was uns verwirrt ist, dass unsere spanischen Kommilitonen sehr, sehr - also überaus! - jung sind! Da kann es schon mal vorkommen, dass man einen Kurs mit 17jährigen besucht. Aber gut. Wir sagen uns, dass das alles eine Frage des Systems ist. Dafür wissen wir mehr als die - und das stimmt wirklich! Demjenigen, der schon immer einmal Jura studieren wollte, sich nur nicht traute oder in Deutschland den nötigen Numerus Clausus nicht erfüllte, dem rate ich, nach Spanien auszuwandern und sich hier für ein Jurastudium einzuschreiben. Er wird Erfolg haben! Okay, okay, die darauffolgende Arbeitslosigkeit ist eine andere Frage... Aber wen würde es nicht stutzig machen, in einem Kurs des 5 Studienjahres Jura die Frage gestellt zu bekommen: "Was ist die Europäische Union?". Schön auch: "Was ist Arbeit?". Naja, ich hab ja nix gegen Philosophie.....

Die Dozenten sind alle sehr, sehr freundlich. Zunächst outen sie uns vor versammelter Klasse als Erasmusstudenten, zwingen uns zu erzählen wo wir herkommen und reden mit uns, als wären wir taub und unzurechnungsfähig. Aber wenn sie uns spezielle Erasmus-Prüfungen anbieten, haben wir sie wieder lieb.

Doch am schönsten fand ich das Erasmus-Begrüssungsessen gestern Abend. Es gab Berge verschiedenster "fingerfood"-Variationen und neben Wasser, Limo und Cola auch Rotwein, Sangría und Bier. Ich hielt mich vor allem an die Tunfisch-Empanadas, die von vielen aufgrund von kulinarischer Verschlossenheit gemieden wurden. Ich fand das gut - blieb mehr für mich! Selbstverständlich haben wir von allem reichlich genossen - man soll ja nichts verkommen lassen. Gut, als wir mit unseren Pappbechern die Tische auf der Suche nach Sangría abliefen, kam ich mir schon  etwas vor wie ein Pfandsammler. Doch eigentlich ging es mir doch nur um die Vitamine aus den Orangen und Zitronen - klar, ne?

Doch wer jetzt denkt, dass wir es heute früh nicht zu unseren Kursen geschafft hätten, der irrt: Pünktlich und ausgeschlafen waren wir da! Wir sind eben ordentliche Studenten.

(Dass wir jetzt gerade schwänzen um kostenfrei ins Internet zu können, muss ja nicht weiter ausgeführt werden...)

5.10.06 13:45


Werbung


ICH KANN DICH SEHEN!

Liebe Gemeinde, Ihr seid schuldig! Bis auf ein paar Ausnahmen kommen bei mir gar keine mails an! Das blog dient ja nur der Information von mir an Euch - doch ich weiss gar nicht, was bei Euch los ist!!! Also haut mal in die Tasten! Ich freu mich über jede noch so kleine Nachricht - ob Gästebucheintrag, Kommentar oder e-mail: ganz egal. Bei Bedarf hab ich auch ne spanische Telefonnummer und natürlich auch eine Adresse(für die Briefe, Postkarten, Geschenkelieferungen und Blumensendungen), die ihr in einer e-mail erfragen könnt.

ICH WÜRD MUCH FREUEN VON EUCH ZU HÖREN!

5.10.06 13:54


TRAFFIC

In Sachen Reisen ist der Spanier schlauer als der Deutsche. Während wir kosmische Summen bezahlen um mit der Deutschen Bahn Verspätung zu haben und unserem Körper unnatürlich hohe Mengen Adrenalin zumuten, wenn wir mal wieder dabei sind den Anschlusszug zu verpassen, verreist der Spanier von Heute mit dem Bus.

Es gibt verschiedene Busunternehmen die sich darauf spezialisiert haben zwischen den Megastädten und den winzigen Dörfern zu pendeln und darauf, den Geschäftsmann mit Laptopttasche nach Madrid und die Oma mit Kittelschürze und Hühnchen im Käfig nach Villariba oder Villabajo zu bringen. Das bekannteste Busunternehmen ist Alsa. Ich habe Alsa schon mehrfach mein Vertrauen ausgesprochen und nur günstige 16 Euro bezahlt um Uli in Oviedo zu besuchen. Ausser den basalen Ansprüchen, die man an eine Busreise stellt, kann man auf Reisen mit Alsa sogar neue oder weniger neue Filme sehen. So kam ich bisher sogar schon in den Genuss von "Legenden der Leidenschaft" mit Brad Pitt - ein Film, den ich wahrscheinlich NIE gesehen hätte. Toll. Am Freitag hatten sie ein Sharaon Stone-Special...Catwom und irgendein anderer weniger guter Film.

Doch gestern hat mich Alsa zum ersten Mal enttäuscht. Ich überlege sogar, mir demnächst ein anderes Unternehmen meines Vertrauens zuzulegen. Zunächst wurde der gespannte Alsa-Bucher mit dem Film "Arachnophobia" gequält...ich habe angestrengt aus dem Fenster in die dunkle Regennacht geschaut....! Und mich hats trotzdem überalls gekribbelt. Und wie ich später gerade probiere das Gebrülle der spanischen Stimmen der Darsteller von "Big Mamas House" zu überhören um zu schlafen und somit die starke Erkältung, die ich mir zugezogen habe, etwas zu kurieren, geht auf einmal der Film und das Licht im Bus aus. Und der Bus natürlich auch. Bestens, dachte ich. So bei Regen, Gewitter und dunkelster Nacht wollte ich schon immer Mal mit 40 Spaniern auf nem Feld rumstehen - denn den Bus mussten wir ja verlassen - hätte ja sein können, dass eines der zwei Autos, die dort innerhalb einer Stunde langfahren, auf den parkenden Bus auffahren. Nee, is klar. So kämpfte ich mit dem Regen, meiner Múdigkeit und dem Keuchhusten. Beeindruckend fand ich, dass es nicht einen Spanier gab, der sich auch nur ansatzweise aufregte oder ein "Ich will mein Geld zurúck"-Gespräch mit der Busfahrerin anfing.

Als dann nach einer Stunde ein Ersatzbus kam, freute ich mich sehr. In Valladaolid angekommen nahm ich mir ein Taxi um nicht das Risiko einzugehen, einen potenziellen Räuber mit meiner Erkältung anzustecken. Blöd nur, dass der doofe Taxifahrer mich falsch verstanden hatte und mich in eine andere Strasse bringen wollte. Ich bin mir sicher, dass es nicht an meiner unspanischen Aussprache lag, sondern vielmehr an meinem zarten Reibeisenstimmchen, dass sich jetzt seit der Buspanne noch lustiger anhört.

9.10.06 12:44


Was man tun und lassen sollte - Teil 1

1. In Spanien sollte man immer mit einem fetten Grinsen jegliche Art unmöglich nach Nahrung aussehender Speisen zu sich nehmen, den Würgreiz mit einem grossen Schluck Alkohol seiner Wahl unterdrücken und im Anschluss betonen, wie gut die spanische Küche doch sei. So bodenständig und so ausgesprochen grundsolide!

2. Man sollte - wie in anderen Ländern auch - es unterlassen, Blinde nach dem Weg zu fragen.

3. Man sollte frühzeitig feststellen, ob Personen anwesend sind, die die eigene Sprache verstehen, um äusserst peinliche Fragen - zum Beispiel nach Durchfallmedikamenten - tatsächlich nur eng Vertrauten zu stellen.

4. Man sollte mit Hilfe von Füllwörtern und durch die Immitation des scheusslichen andalusischen Aktzents bereits vor der Taxifahrt den Preis mit dem Fahrer aushandeln - man spart etwa die Hälfte vom "Ausländerpreis". 

5. Wenn man einen Strohhalm zu seinem Getränk möchte, sollte man im Spanischen stets einen "kleinen Strohhalm" bestellen, sonst könnte es sein, dass ein alzu offener Kellner die Hosen runterlässt.

9.10.06 23:19


Die Flaschensammler von Valladolid

Sie haben mir schon in Münster am Hafen immer sehr imponiert, die tapferen Flaschensammler. Emsig und ausdauernd fragen sie dezent penetrant nach den Bierflaschen. Aus Scham und Höflichkeit ext man dann das halbe Bier, überreicht latent rülpsend die Flasche und fühlt sich gut, weil man ja mal wieder einer armen Sau geholfen hat.

Hier in Valladolid ist das Geschäft des Flaschensammelns noch weitgehend unentdeckt und da sich das Auslands-BaföG-Amt immernoch nicht gemeldet hat überlege ich seit Tagen ernsthaft dieser Tätigkeit nachzugehen. Ich meine, mein finanzieller Stand ist nicht der schlechtetste - "Da hab ich schon ganz andere Zeiten erlebt!", hat mein Opa immer gesagt. Trotzdem, es ist eine Überlegung wert...:

Ist nicht jeder irgendwie peinlich berührt, wenn er aus irgendwelchen Gründen mal den New Yorker, Takko oder Pennymarkt betreten muss? Versteckt man dann nicht noch vor dem Verlassen des Ladens die schäbbige Plastiktüte mit dem fadenscheinigen Inhalt im eigens mitgebrachten Beutel? Ja. Normalerweise schon. Doch Rike, Jojo und ich haben ein neues Hobby:

Ramschen.

Ja, ramschen. Zum Glück gibt es in Spanien - mal abgesehen von den Erasmusstudenten - auch Bevölkerung mit niedrigem Einkommen, was uns die Offenbarung und Entdeckung der Ramschläden ermöglichte. Und jetzt sind wir Fans. Fast täglich machen wir uns auf die Suche nach noch günstigeren Angeboten - ach, was solls, nennen wir das Kind doch beim Namen: wir stürmen jeden noch so billig aussehenden Laden in der Hoffnung, Artikel des täglichen Gebrauchs für weniger als nen Appel und n Ei zu erstehen!

Und letzte Woche hatte ich verdammtes Glück! Ich habe einen Ramschladen mit kosmischen Ausmaßen aufgetan, der von Hawaiiketten über Bohrmaschinenbohrer bis hin zu Messbechern alles hat. ALLES! Eine Mehrfachsteckdose mit drei Steckplätzen für 1,80 Euro! Ein Nadel- und Fadenset für 90 cent! Eine Plastikmappe mit 18 Fächern in gelb und mit Gummizug für 2,40 Euro! Ich war fassungslos! Die nette vietnamesische Verkäuferin hat sich über mein breites Grinsen gewundert und schien mir verwirrt, doch wohl auch sehr glücklich darüber, dass mal wieder ein Idiot ihren Ramsch gekauft hat.

Doch mir solls egal sein. Bin schon mit Rike morgen um 11 Uhr verabredet um den Laden noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Habe eine Personenwaage für 7,50 Euro gesehen und muss sie abermals inspizieren. Aber ich weiß nicht so genau...ist ja jetzt auch nicht sooo günstig...! Hm. Vielleicht gehe ich gleich ein paar Flaschen suchen, dann kann ich morgen auch die Waage kaufen. 

18.10.06 01:18


Fotogalerie

Die ersten drei Fotos sind online!  Andere folgen in Kürze...
18.10.06 01:29


Links

Unter www.ajuda-hilfe.de und www.dierkower-elche.de finden sich viele interessante Informationen!!!
18.10.06 01:31


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung